Monika Geißler

Monika Geißler

„Ein Spaziergang durch den Park ist wie eine kleine Urlaubsreise“

Monika Geißler war 1996 Gründungsmitglied unseres Förderkreises und von 2002 bis 2010 seine Vorsitzende. Seit 2016 übt die gebürtige Gütersloherin dieses Amt erneut aus. Im Interview verriet sie uns, wie man bei einem Spaziergang durch den Stadtpark einmal quer durch Europa reisen kann …  

Frau Geißler, Sie sind als Landschaftsarchitektin tätig und haben deshalb beruflich den ganzen Tag mit und in Gärten und Parks zu tun. Und nach Feierabend engagieren Sie sich weiter für Gärten und Parks – hatten Sie nie das Bedürfnis nach einem „Kontrastprogramm“?

„Gärten und Parks sind nicht nur mein Beruf, sondern meine Leidenschaft. Ich bin einfach am liebsten draußen in der Natur. Wobei ich mit der Malerei durchaus eine Art ‚Kontrastprogramm‘ habe – wenngleich auch dabei meist die Natur der Ausgangspunkt für ›meine Werke ist. Die Veränderungen der Landschaft im Jahreslauf, der Wandel, das Wachsen, die Farben – das alles inspiriert mich, zu Bildern und Skulpturen ebenso wie zur Gestaltung von Gärten und Freiräumen.“

Der Leiter des Fachbereichs Grünflächen Bernd Winkler, Parkdesignerin Jacqueline van der Kloet und die beiden Förderkreis-Vorsitzenden Monika Geißler und Daniela Toman

Wie sind Sie zum Förderkreis Stadtpark-Botanischer Garten gekommen?

„Der Stadtpark begleitet mich schon mein ganzes Leben lang. In meiner Kindheit haben wir mit der Familie regelmäßig Sonntagsspaziergänge im Stadtpark unternommen. Dann wurde ich Praktikantin beim Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen ›Roehse & Fischer – gegründet von Paul Roehse, der 1909 die Arbeiten am Stadtpark ausführte. Damals habe ich mehrmals im Stadtpark gearbeitet, z. B. kann ich mich daran erinnern, wie wir Anfang der 1970er Jahre die Anlage von Ibrüggers Teich vorbereitet haben. Für mich hieß das: Steine absammeln – zugegeben, es gibt angenehmere Erinnerungen …

Während meines Studiums der Landespflege in Osnabrück war der Botanische Garten ein sehr guter Ort, um an den Wochenenden Stauden- und Gehölzkenntnisse zu vertiefen. Inzwischen ist meine ganze Familie – mein Mann , meine Tochter und mein Sohn – in ‚grünen‘ Berufen unterwegs. Die sind zum Teil eng mit dem Stadtpark verbunden, sei es hauptberuflich im Fachbereich Grünflächen oder bei einem Ferienjob im Stadtpark. Und wenn uns Freunde besuchen, die verstreut in ganz Deutschland leben, was zeigen wir unseren Gästen da in Gütersloh? Natürlich den Stadtpark!

Sie sehen, ich habe so viele Anknüpfungspunkte zum Park, da war es nicht schwer, mich als Gründungsmitglied für den Förderkreis zu gewinnen.“

Wenn Sie auf die 20 Jahre Ihres Wirkens im Förderkreis zurückblicken, an was erinnern Sie sich am liebsten?

„Da fällt es mir schwer, etwas herauszugreifen. Ich finde, wir haben einfach unglaublich viel initiiert und unterstützt. Die Staudentauschbörse, die mittlerweile gar nicht mehr wegzudenken ist, die vielen Kinderaktionen, wir haben uns für den Bau den Palmenhaus-Cafés eingesetzt … und so vieles mehr. Eine tolle Erfahrung war auch ‚Malen im Park‘, eine gemeinsame Aktion von Förderkreis und Stadt, unterstützt von ›art colori. Das ist eine Ateliergemeinschaft in der Feldstraße, zu der ich damals gehörte zusammen – übrigens zusammen mit Josef Toman, dem Vater unserer heutigen 2. Vorsitzenden Daniela Toman.“

Eröffneten 2004 das Palmenhaus-Café: Bürgermeisterin Maria Unger, Gastronomin Andrea Kerkhoff und Monika Geißler

Haben Sie einen Lieblingsort im Stadtpark?

Nein, ich habe nicht einen, sondern viele Lieblingsorte im Stadtpark! Gemeinsam ist ihnen, dass sie mich an meine Reisen erinnern. Ich reise sehr gerne und sehe mir dabei natürlich immer Landschaften, Gärten und Parks an. Der Gütersloher Stadtpark bringt mir an vielen Orten schöne Erinnerungen zurück.

Zum Beispiel die Sichtachse am Kurhaus Güthenke – da denke ich gleich an die historischen Landschaftsgärten in England. Oder der Mediterrane Garten, der mich an mein liebstes Reiseziel Italien denken lässt. Und der Lavendelgarten, der ein Stück Provence nach Gütersloh gebracht hat. Und die Narzissenwiese unter den herrlichen Birken, bei deren Anblick man meinen könnte, man sei in Finnland oder Schweden. Und der Heckengarten, der so auch einem Garten von Gertrude Jekylls in Südengland stehen könnte. Und die Tulpenbeete, die es in Holland vielleicht größer, aber nicht schöner gibt. Nicht zu vergessen: der Ausblick vom Botanischen in die westfälische Kulturlandschaft Richtung Kleßmanns Hof.

Ein Spaziergang durch den Park ist für mich wie eine kleine Urlaubsreise. Und das Schöne: zu jeder Jahreszeit bietet er andere Ziele!“

Freuten sich über die Urkunde bei der Wahl zum “Schönsten Park Deutschlands”: Geschäftsbereichsleiterin Christine Lang, der Leiter des Fachbereichs Grünflächen Bernhard Winkler, Bürgermeisterin Maria Unger und Förderkreis-Vorsitzende Monika Geißler


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