Maria Unger

Maria Unger im Stadtpark Gütersloh

„Das große Kleinod unserer Stadt!“

Maria Unger war von 1994 bis 2015 Bürgermeisterin der Stadt Gütersloh und gehörte bei der Serie Deutschlands beste Bürgermeister der Tageszeitung „Die Welt“ 2006 zu den porträtierten Stadtoberhäuptern. In ihre Amtszeit fielen zahlreiche, zum Teil weitreichende Veränderungen und Erweiterungen der Parkanlage. Doch die gebürtige Triererin hat auch sehr persönliche Erinnerungen an den Park.

Wie häufig sind Sie im Stadtpark?

Ich jogge regelmäßig, mindestens einmal wöchentlich morgens von zu Hause aus – also aus Spexard – zum Stadtpark, einmal um den Ententeich und wieder zurück. Das sind dann immerhin rund zehn Kilometer. Zu dieser morgendlichen Zeit kann man am besten die Ruhe genießen.

Können Sie sich noch daran erinnern, als Sie das erste Mal im Stadtpark waren?

Unsere Familie ist 1977 nach Gütersloh gezogen. Ende der ´70er, Anfang der ´80er Jahre haben wir mit den Kindern regelmäßig einen Sonntagsspaziergang in den Stadtpark und Botanischen Garten gemacht. Für die Kleinen war natürlich das Entenfüttern an Ibrüggers Teich das Größte. Auch mit meinen Schwiegereltern und meiner Mutter waren wir – wenn sie uns in Gütersloh besucht haben – regelmäßig dort.

Haben Sie einen Lieblingsort im Park?

Die Saisonalen Beete mit den regelmäßig wechselnden Bepflanzungen am Kugelahorn sehen bei jedem Besuch ein wenig anders aus. Und ich informiere mich auch immer wieder gern im Apothekergarten über die Wirkungsweisen der Pflanzen, die dort wachsen.

Der Park soll ja auch der Erholung dienen. Können Sie sich dort erholen oder werden Sie als ehemalige Bürgermeisterin alle drei Meter angesprochen?

Nicht „oder“, sondern „und“! Ich kann mich dort ganz wunderbar erholen, und zwar ganz unabhängig davon, dass ich oft angesprochen werde. Das habe ich nie als Belästigung oder Störung angesehen. Im Gegenteil finde ich es doch toll, dass der Park ein Ort ist, an dem man viele bekannte Gesichter und auch Freunde trifft.

Welchen Stellenwert hat der Park für die Stadt Gütersloh?

Einen sehr hohen! Es war zweifellos eine bemerkenswerte Entscheidung unserer Stadtväter, sich 1907 dafür einzusetzen – schon damals übrigens mit dem Rückenwind des großen bürgerschaftlichen Engagements, das unsere Stadt bis heute auszeichnet, z.B. indem Bürger Grundstücke kauften oder zur Verfügung stellten.

Der Park und Garten sind heute die grüne Lunge der Stadt. In meiner Amtszeit durfte ich die Entstehung vieler neuer Attraktionen begleiten, wie den Apothekergarten, die Obstwiese, den Dufttunnel, die Eiswiese mit der Liebesinsel, den Lavendelgarten und nicht zuletzt das Palmenhaus-Café. Ich habe das alles in sehr guter Erinnerung und bin immer noch ganz begeistert über das Gesamtergebnis. Bernd Winkler und seinem Team gebührt da großes Lob. Den Fachbereich Grünflächen zu stärken war mir deshalb immer ein wichtiges Anliegen.

Was glauben Sie, wie bekannt ist der Park außerhalb der Stadtgrenzen?

Sehr bekannt. Alleine die Auszeichnungen zeigen die Anerkennung, die dem Park  von außen entgegengebracht wird. Das ganze Jahr über lassen sich zahlreiche Gruppen aus ganz Ostwestfalen und darüber hinaus durch den Park führen, u.a. auch Menschen aus den Partnerstädten.

Kennen Sie den Förderkreis Stadtpark-Botanischer Garten?

Natürlich, die ehrenamtliche und engagierte Arbeit ist sehr wichtig und ganz besonders lobenswert. Die Staudentauschbörse empfinde ich als das jährliche Highlight. Das großartige Engagement des Vereins war und ist für die Stadt nicht mehr wegzudenken. Nur so können zusätzliche Dinge realisiert werden, die durch das städtischem Budget nicht abgedeckt sind.

Zum Abschluss: Was bedeutet Ihnen der Stadtpark?

Der Stadtpark und der Botanische Garten lagen und liegen mir immer sehr am Herzen. Er ist das große Kleinod unserer Stadt!


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