Ovale Kumquat

Klein, aber fein

Kumquatbäumchen sind nicht gerade riesig, und auch ihre Früchte sind klein. Doch die Ernte lohnt, zumal sie mit Schale und Kernen gegessen werden. Das Fruchtfleisch variiert zwischen süß und sauer, die Kerne schmecken leicht bitter, die Schale süß bis herb – es sind kleine Aromawunder!

Woher stammt der Name „Ovale Kumquat“?

Aus dem Kantonesischen. Die Schriftzeichen sparen wir uns an dieser Stelle, ausgesprochen werden sie in etwa „gām-gwāt“, was für europäische Ohren zu „Kumquat“ wurde. Wörtlich übersetzt heißt der Pflanzenname „Goldene Orange“.

Botaniker nennen die Ovale Kumquat „Fortunella margarita“. Der Gattungsname ehrt den Schotten ›Robert Fortune. Über dessen Beruf gibt es unterschiedliche Ansichten. Manches Lexikon beschreibt ihn als „Botaniker und Forschungsreisenden“, andere Publikationen nennen ihn einen „Gärtner und Pflanzenjäger“. Gesichert ist seine Berufung: Pflanzen entdecken. Vier Expeditionen unternahm er in den 1840er Jahren nach Ostasien. Englische Geschichtsbücher feiern ihn als Abenteurer, der die Teepflanze aus China in die britische Kolonie Indien einführte. Chinesische Geschichtsbücher beschreiben ihn als Wirtschaftskriminellen, der den Chinesen die Teepflanze raubte und sie ins Ausland schmuggelte. 1846 brachte er die erste Kumquat nach Europa. Der Artname „margarita“ bedeutet „Perle“, was sich auf die geringe Größe und den gleichzeitig hohen (kulinarischen) Wert der Ovalen Kumquat bezieht.

Woher stammt die Ovale Kumquat?

Aus Südostasien. Die älteste Beschreibung der Kumquat stammt aus dem 12. Jahrhundert aus China. Heute wird die Zitruspflanze kommerziell überall angebaut, wo es warm genug ist; Plantagen gibt es in den USA, in Afrika und sogar auf Korfu.

Wo finde ich eine Kumquat im Botanischen Garten Gütersloh?

Wessen Heimat in Südostasien liegt, der ist andere Temperaturen gewöhnt, als sie Ostwestfalen ganzjährig bieten kann. Auch wenn die Ovale Kumquat leichte Fröste übersteht, wintertags gehört sie ins Gewächshaus – das gilt auch für die drei Bäumchen im Botanischen Garten. Nach den Eisheiligen im Mai stellen die Stadtgärtner die Kübelpflanzen dann wieder im Mediterranen Garten auf.

Ovaler Kumquat

Wie pflanze ich eine Kumquat im eigenen Garten?

Wenn Sie etwas Pflegeleichtes suchen, machen Sie einen Bogen um die Kumquat. Ihr Bäumchen will vollsonnig stehen, möchte regelmäßig gedüngt werden, braucht viel Wasser, verträgt aber andererseits keine Staunässe. Wenn Sie es trotzdem schaffen, dass sie (nach einigen Jahren) Früchte trägt, sind Ihnen die neidischen Blicke der Nachbarn gewiss. Wenn nicht, besuchen Sie den Botanischen Garten und erfreuen sich an dem Anblick dort.

Wer hätt´s gedacht?

Der Großteil dessen, was heute als Zitrusfrucht verkauft wird, entstand durch Züchterhand: Orangen entstanden durch eine Kreuzung aus Mandarine und Pampelmuse. Als man sie mit den Pampelmusen zurückreuzte, ergab das eine Grapefruit. Die Grapefruit, mit den Pampelmusen gekreuzt, ließen Pomelos wachsen. Die Orangen, mit den Mandarinen zurückgekreuzt, wurden zu Clementinen. Die heute üblichen Zitronen sind eine Kreuzung aus Zitronatzitrone mit der Bitterorange.

Und die Kumquat? Die ist „echt“. Aber der Ausgangspunkt für eine ganze Reihe neuer Züchtungen: Gekreuzt mit einer Limette entstehen Limequats, bei Kreuzung mit einer Mandarine Calamondinorangen, gekreuzt mit einer Zitrone Sunquats – um nur drei Beispiele zu nennen.



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