Japan-Eberesche Dodong

Botanische Symbole der Globalisierung

Zwei Japan-Ebereschen Dodong schmücken den Eingang zum Heckengarten. Wie die Pflanzen aus Japan über Südkorea nach Schweden und schließlich nach Gütersloh kamen

Woher stammt der Name „Japan-Eberesche“?

Die Eberesche ist keine Esche, lediglich ihre Blätter ähneln dem Laub der Esche, doch das reichte dem Volksmund für den botanisch nicht haltbaren Namen. Über das „Eber-“ streiten sich die Sprachforscher. Für denkbar halten sie eine Herkunft aus dem indogermanischen Wort „ereb“ für „dunkelrot, bräunlich“, was gut zur rötlich-braunen Farbe der Beeren passen würde. Eine noch anschaulichere Erklärung wäre der Bezug auf die Schweinemast mit den Früchten in früheren Jahrhunderten.

Japan-Eberesche Dodong

Der Gattungsname „Sorbus“ ist die lateinische Vokabel für die Eberesche bzw. für den Speierling, wahrscheinlich auf ein noch älteres Wort für „rot“ zurückgehend. Der Artname „commixtus“ bedeutet „durch Vermischung hervorgegangen“, was durchaus passt, wenn man sich die im nächsten Absatz erläuterte Entstehungsgeschichte der Sorte „Sorbus commixta ‚Dodong‘“ ansieht.

Woher stammt die Japan-Eberesche?

Wie der Name vermuten lässt, aus Japan. Genau genommen aber aus Korea. Und ganz genau genommen aus Schweden.

Das erklärt sich so: Ebereschen kommen in mehr als 100 Arten auf der gesamten Nordhalbkugel vor. Kurioserweise hatten sich die Schweden schon früh ein besonderes Ebereschen-Know-how erworben. Es war der schwedische Botanikprofessor ›Johan Teodor Hedlund, der 1900 eine umfangreiche Monografie zu den Ebereschen im Allgemeinen und Besonderen veröffentlichte. Darin in der Fachwelt vielbeachtet: die wissenschaftliche Erstbeschreibung der Japan-Eberesche – deren Verbreitung damals wahrscheinlich tatsächlich auf Japan beschränkt war.

Doch als 1976 Mitarbeiter einer schwedischen Baumschule nach Asien reisten, um Samen für ihren Betrieb zu sammeln, fanden sie die schönsten Japan-Ebereschen in Südkorea. Auf der Insel ›Ulleungdo deckten sie sich mit Samen dieser Art ein und züchteten zurück in der Heimat daraus die Sorte Dodong, benannt nach der Hafenstadt der Insel. Und so stehen heute von schwedischen Züchtern aus koreanischen Samen entwickelte japanische Ebereschen im ostwestfälischen Gütersloh – das ist Globalisierung!

Wo finde ich Japan-Ebereschen ,Dodong‘ im Botanischen Garten?

Die beiden 2017 gepflanzte Exemplare stehen links und rechts vom Eingang zum Heckengarten.

Wie pflanze ich eine Japan-Eberesche ,Dodong‘ im eigenen Garten?

Mit dem Gespür für das Besondere. Denn die Japan-Eberesche ,Dodong‘ ist hierzulande noch immer ein Geheimtipp. Schon für das Pflanzen jedweder Eberesche spricht vieles: Die Bäume sind pflegearm, frosthart, schnittverträglich, dekorativ und eine wertvolle Futterquelle für Insekten und Vögel. Sie besitzen lichte Kronen, die die Beete darunter nicht völlig beschatten, und ihr Laub verrottet schnell.

Speziell die Japan-Eberesche besticht zusätzlich durch eine äußerst prachtvolle Färbung, die von dunkelgelb über leuchtend orange bis rot reicht, und behält ihr Laub länger als andere Arten. Und speziell die Japan-Eberesche ,Dodong‘ besitzt ein Alleinstellungsmerkmal unter ihrer Gattung: Die Züchtung ist resistent gegenüber ›Feuerbrand. Diese für Menschen ungefährliche Pflanzenkrankheit breitet sich von Zeit zu Zeit seuchenartig aus und rafft viele Kernobstgewächse und damit auch Ebereschen dahin. Mit einer ,Dodong‘ im Garten zeigen Sie dem Erreger die lange Nase.

Japan-Eberesche Laub

Wer hätt´s gedacht?

Der japanische Name der Japan-Eberesche lautet nanakamado, was sich frei mit „sieben Mal im Ofen“ übersetzen lässt. Dies spielt auf die legendäre Robustheit der Äste an: Das Holz soll beim Verfeuern in einem Ofen selbst bei mehreren Brennvorgängen nicht vollständig zu Asche zerfallen. Den Praxistest besteht diese Legende nicht: Alle Ebereschenarten weisen einen hohen Heizwert auf und eignen sich bestens als Brennholz.



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