Echter Hopfen

Echter Hopfen Blüten

Neue Sorten braucht das Land

Die meisten denken bei der Erwähnung des Hopfens sofort an Bier. Eine Assoziation, die nicht falsch, aber unvollständig ist. Denn wäre die Kletterstaude nur als Bierwürze brauchbar, fände man sie nicht im Apothekergarten …

Woher stammt der Name „Hopfen“?

Der Ursprung des Namens ist letztlich nicht geklärt, aber Sprachforschende vermuten eine Verwandtschaft mit dem schweizerischen „Hupp(en)“ (für „Quaste“), dem flämischen „hoppe“ (für „Büschel“) und dem rheinischen „Hupp“ (für „Haufen“). Dann wären wohl die auffälligen, zapfenartigen Fruchstände namensgebend gewesen.

Wenn schon die Entstehung des deutschen Trivialnamens im Dunkeln liegt, sollte man meinen, zumindest der botanische Name sei sauber erklärbar. Doch im Gegenteil: Auch bei „Humulus lupulus“ ist man auf Spekulation angewiesen. Der Gattungsname „Humulus“ scheint eine latinisierte Form eines Trivialnamens für den Hopfen zu sein. Der Artname „lupulus“ ist, immerhin, ganz klar eine Verkleinerungsform des lateinischen „lupus“ = „Wolf“. Aber warum? Gängigste Erklärung: Die Pflanze schlingt sich um andere Pflanzen, man ging früher davon aus, dass diese dadurch existenzgefärdend geschädigt würden, der Hopfen sei also gefährlich wie ein Wolf. Nunja …

Woher stammt der Echte Hopfen?

Von der Nordhalbkugel. Spezifischer lässt es sich nicht eingrenzen. Die Wildform des Echten Hopfens wächst in ganz Eurasien und Nordamerika. Seinen Ursprung vermutet man in Westasien.

Daneben gibt es natürlich eine Fülle kultivierter Sorten für das Bierbrauen. Größte Anbaugebiete sind entsprechend dort zu finden, wo es viele Brauereien gibt: in Deutschland, den USA und Tschechien, mittlerweile auch in China.

Wo finde ich Echten Hopfen im Botanischen Garten Gütersloh?

Im Apothekergarten. Denn Echter Hopfen wird nicht nur als Bierwürze, sondern auch als Heilpflanze verwendet. Er wirkt unter anderem antibakteriell, schmerzstillend, blutreinigend, entzündungshemmend, aber auch, wie Baldrian, beruhigend und schlaffördernd.

Wie pflanze ich Echten Hopfen im eigenen Garten?

Die Entscheidung, Hopfen zu pflanzen, ist oft eine Entscheidung fürs Leben. Zum einen wird die einzelne Pflanze bis zu 50 Jahre alt. Zum anderen ist es kaum möglich, sie ohne einen drastischen Erdaushub wieder loszuwerden. Der tifsitzende Wurzelstock muss dafür vollständig entfernt werden, anderenfalls wird die robuste Kletterstaude immer wieder austreiben. Nicht zuletzt wächst Hopfen sehr schnell, ja neigt zum Wuchern. Das Pflanzen will also gut überlegt sein. Sie haben gut überlegt? Dann suchen sie einen sonnigen Standort mit Gelegenheit zum Klettern. Fehlt diese, wächst der Hopfen flach über den Boden.

Wer hätt´s gedacht?

Nach dem deutschen Reinheitsgebot soll ein Bier nur die Zutaten Wasser, Hefe, (Gersten-)Malz und Hopfen enthalten. Andere Würzzusätze, die dem Bier z. B. eine fruchtige Note verleihen, sind demnach Tabu. Allerdings ist nirgends definiert, welcher Hopfen ins Bier gehört. Züchter im ›Hopfenforschungszentrum Hüll in der oberbayerischen ›Hallertau, dem größten Hopfenanbaugebiet der Welt, haben deshalb „Special-Falvour-Hopfen“ entwickelt. Die Sorte „Mandarina Bavaria“ zum Beispiel verleiht dem Bier ein ausgeprägtes Mandarinen-/Orangen-Aroma, „Callista“ schmeckt nach Maracuja-Aprikose, „Hallertau Blanc“ nach Mango und Stachelbeere und „Polaris“ gibt dem Bier eine Minznote mit Zitrusnuancen.


Lesen Sie als nächstes …

Mazedonische Witwenblume

Mazedonische Witwenblume

Sensation im Senkgarten Woher stammt der Name „Witwenblume“? Wer Pflanzen sucht, denen Witwenblumen zum Verwechseln ähnlich sehn, wird im Lavendelgarten vor dem Palmenhaus-Café fündig: Skabiosen. Doch der Volksmund verrät, wodurch… Weiterlesen