Wald-Frauenfarn

Wald-Frauenfarn Wedel

Lady in green – die Dame des Waldes

„Ein Männlein steht im Walde …“? Aber nein! Es sind edle Ladys, die den Waldboden begrünen, und das schon seit Jahrmillionen. Die Dinosaurier haben sie überlebt, schlechte Gärtner können ihnen nichts anhaben – allein die winzigen Larven eine speziellen Fliegenart müssen sie fürchten.

Woher stammt der Name „Wald-Frauenfarn“?

Wurmfarn und Frauenfarn sind die amhäufigsten vorkommenden Farngattungen in unseren Wäldern. Der Wurmfarn bildet tendenziell etwas größere und „derbere“ Wedel als der Frauenfarn, weshalb der Volksmund ihm fern aller Gender-Debatten ein „männliches“ Wesen zusprach und dem etwas kleineren, etwas feiner ausgebildeten Frauenfarm ein weibliches. Im Englischen ist der Frauenfarn sogar eine Dame, dort heißt er „lady fern“. 

Wald-Frauenfarn heißt die Art nur, um sie vom Gebirgs-Frauenfarn zu unterscheiden – mehr Frauenfarn-Arten kommen in Europa auch gar nicht vor. 

Mit dem biologischen Geschlecht der Pflanze hat der Name Frauenfarn also nichts zu tun, er ist höchst unwissenschaftlich. Dennoch folgten die Wissenschaftler dem Volksmund bei der botanischen Namensgebung der Pflanze: „Athyrium filix-femina“. Der Gattungsname „Athyrium“ lässt sich mit „türlos“ oder auch etwas freier mit „ohne Schutzschild“ übersetzen. Die Fruchthaufen bilden nur an der Seite ein Indusium(eine Haut, die die Sporen schützt), liegen also z. T. ungeschützt, offen. Der Artname bedeutet: Frauenfarn. 

Wald-Frauenfarn Beet

Woher stammt der Wald-Frauenfarn?

Von der Nordhalbkugel. Und zum Teil auch von der Südhalbkugel. Weiter lässt es sich beim besten Willen nicht einschränken. Wald-Frauenfarne sind Kosmopoliten und in allen gemäßigten und auch subtropischen Regionen der Welt zuhause. Allein in Australien und der Antarktis sind sie nicht zu finden.

Wo finde ich Wald-Frauenfarn im Botanischen Garten Gütersloh?

In dem Beet zwischen Sonnengarten-Rondell und dem Eingang an der Dalkepromenade. Dort wächst die Sorte ’Minutissima’, eine Zwergform, die nur etwa 30 Zentimeter hoch wird. Gartencenter bieten sie auch unter dem Namen „Zwerg-Frauenfarn“ an.  

Wie pflanze ich Wald-Frauenfarn im eigenen Garten?

Naja, es ist ein Farn, der seit Millionen von Jahren praktisch auf der ganzen Welt wächst – dieser Umstand deutet schon auf einen denkbar niedrigen Pflegeaufwand hin. Entscheidend ist der Standort. Wie man bei einem Farn vermuten sollte – erst recht bei einem, der den Wald im Namen trägt – sollte dieser im Schatten oder Halbschatten liegen. Ebenso farntypisch bevorzugt die Pflanze feuchte Böden.

Wald-Frauenfarn

Wer hätt’s gedacht?

Die von Menschen so ernannte Königin der Pflanzen, die Rose, ist überaus anfällig für Krankheiten und Schädlinge: Mehltau, Blattläuse, Rosenrost, Sternrußtau, Blattwespen, Rosenzikaden, wir können hier aus Platzgründen gar nicht aufzählen, von was und wem Rosen alles befallen werden können. 

Die „primitiven“ Farne hingegen, mit ihrem urzeitlichen Bauplan, sind in den allermeisten Fällen resistent gegen Krankheiten, Pilzbefall und Parasiten. Das gilt nicht für Zimmerfarne, die ihrem natürlichen Lebensraum entrissen wurden. Doch in freier Natur schafft es kaum jemand, einen Farn einknicken zu lassen, und wenn doch, ist das eine Erwähnung in dieser Rubrik wert. 

Die seltene Ehre gebührt der Blumenfliegenart ›Chirosia betuleti. Sie legt ihre Eier gezielt in sich entfaltende Frauenfarnwedel. Die beinlosen Larven fressen dann von der Spitze Gänge in die Blätter und Stengel der Wedel, die sich daraufhin einrollen. Es sind echte Ladykiller – die Frauenfarne im Botanischen Garten blieben aber zum Glück bislang verschont.



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