Villenviertel

Villa im Villenviertel am Stadtpark Gütersloh

Viele erfolgreiche Unternehmer des aufstrebenden Gütersloh im Wilhelminischen Kaiserreich schufen sich ab 1900 repräsentative Bauten im Süden der Stadt am Rand zur damals freien Landschaft und in der Nähe der Dalke. So entstand ein reines Villenviertel im Bereich Thesings Allee, Neuenkirchener-, Linden-, Semmelweis-, Park- und Emilienstraße. Viele der prachtvollen Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz. Zu nennen sind insbesondere:

  • Thesings Allee 3: Die Villa, erbaut 1903 und später von Carl Miele junior als Wohnhaus genutzt, vereint mit Spätgotik und Renaissance zwei Stile der altdeutschen Bürgerbauten. Die reichhaltige Ornamentik zeigt deutliche Anklänge an den Heimatstil. Der moderne Anbau setzt sich bewusst stilistisch davon ab.
  • Thesings Allee 7: Reich geschmückte Villa der Gründerzeit von 1902. Die Treppenhausfenster verfügen über eine reizvolle Bleiverglasung
  • Thesings Allee 8: Der repräsentative Bau von 1905, in dem Carl Miele senior nach dem Umzug der Firma Miele von Herzebrock nach Gütersloh wohnte, dokumentiert die unternehmerische Kraft, die Gütersloh im 19. Jahrhundert zu einer der führenden Industriestandorte der Region gemacht hat.
  • Robert-Koch-Straße 2: Auf einem großen Gartengrundstück liegt der weit zurückliegende Putzbau von 1925, bei dem Architekt Fritz Viemann mit einer symmetrischen Teilung den Fassadenrhythmus konsequent einhielt.
  • Lindenstraße 15: Das Holzhaus im Schweizer Stil ist ein Unikat in der Region und könnte mit seinem überhängenden Dach selbst größeren Schneemassen trotzen. Warum sich der Textilunternehmer Hermann August Delius 1885 ein solches alpentaugliches Häuschen an die Dalke setzte, ist nicht bekannt.

Nicht zu vergessen: Eine fünfreihige Eichenallee wie die Thesings Allee gibt es auch nicht überall zu sehen!





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