Phlox

Phlox - Rispige Flammenblume

„Ein Garten ohne Phlox ist ein Irrtum!“

„Der Phlox kann so alt werden wie ein Landpfarrer. Nur sollte er im Gegensatz zu diesem viel öfter versetzt werden.“ Dieser Rat stammt von Karl Foerster, dem „Staudenpapst“, einem der einflussreichsten Gartengestalter und -philosophen des 20. Jahrhunderts. Dass der Phlox heute in so vielen Gärten wächst, daran hat er großen Anteil. Schon in den 1930er Jahren züchtete er zahlreiche Phlox-Sorten, die noch heute Bestseller sind.

Woher stammt der Name?

Den deutschen Namen der Pflanzengattung „Phlox benutzt fast niemand: Flammenblume. Die Art, die im Botanischen Garten wächst, ist die Rispige Flammenblume, und das ist quasi die Übersetzung des botanischen Namens „Phlox paniculata: Phlox ist griechisch und bedeutet „Flamme, paniculata kommt vom lateinischen Wort für „Büschel, Rispe.

Woher stammt die Pflanze?

Diese Phlox-Art stammt aus dem östlichen Nordamerika, wo sie in lichten Wäldern und an Gewässern vorkommt. Im 18. Jahrhundert fand sie ihren Weg nach Europa, 1765 wuchs sie nachweislich im Botanischen Garten von Greifswald.

1949 wurde die Sorte gezüchtet, die sich im Botanischen Garten findet, und deren Heimat erkennt der Experte schon an ihrem Namen: ‚Fesselballon‘ heißt sie wegen ihren großen Blütenrispen, und das ist ein typisch kreativ-poetischer Name aus der Staudengärtnerei von Karl Foerster. Der ersann für seine Staudensorten Namen wie ‚Blütenregen, ‚Gletscherwasser oder ‚Zweiweltenkind. Als er 1953 eine große, rote Chrysantheme auf den Namen ,Hirsch tritt im Abendsonnenschein aus Waldrand vor taufen wollte, gaben seine Mitarbeiter zu bedenken, dass dies weder in den Katalog noch auf das Etikett passe. Er sah ein, dass „Phantastik und Romantik im Katalog gebändigt sein müssen, und nannte die Sorte stattdessen kassenzettelfreundlich ‚Rotwild.

Wo finde ich Phlox im Botanischen Garten?

„Ein Garten ohne Phlox ist ein Irrtum“, sagte – na wer schon – Karl Foerster. Da der Botanische Garten alles andere als ein Irrtum ist, sondern eine der besten Ideen, die unsere Stadtväter vor über 100 Jahren hatten, findet sich Phlox im Sonnengarten.

Wie pflanze ich Phlox im eigenen Garten?

Fragen wir am besten Karl Foerster: „Der Phlox ist ein Fresser und Säufer. Wenig poetisch zwar, aber das trifft’s!“ Heißt: die rund 1 Meter hohen Pflanzen reichlich gießen und düngen. Dafür werden sie im Fall der Sorte ‚Fesselballon‘ von Juni/Juli bis August/September mit leuchtend lila-, pink- und rosafarbenen und dazu noch nach Honig duftenden Blütenbällen belohnt.

Übrigens: Dass der Phlox am Abend stärker zu duften scheint als morgens, hat nur mittelbar mit der Tageszeit, aber unmittelbar mit der Lufttemperatur zu tun: je höher, desto duftintensiver. Morgens ist es auch im Sommer meist zu kühl.

Wer hätt´s gedacht?

Karl Foerster arrangierte sich in der Zeit des Nationalsozialismus mit den Machthabern, seine weltanschauliche Sicht war eine andere. Zu jener Zeit sah er seine Gärtnerei immer wieder mit Forderungen konfrontiert, ausschließlich heimische Pflanzen bei der Gartengestaltung zu verwenden. Das war nun genau das Gegenteil dessen, was Foerster im Sinn hatte. Als Pflanzenzüchter propagierte er den „Kosmos Garten“, in dem man die ganze Welt im Kleinen fände.

Dass er die deutschtümelnde Gartenbepflanzung für blanken Unsinn hielt, zeigt dieses Zitat: „In unseren nordischen Geistesadern kreist auch Blut südlicher Geisteswelten, auf unserem Mittagstisch stehen Gerichte aus fünf Erdteilen und in unseren Bauerngärten wachsen ‚althergebrachte‘ Stauden aus chinesischen Alpenwiesen und amerikanischen Prärien, nämlich Tränendes Herz und Phlox, bodenständige Embleme unseres Heimatgefühls. Also für Heimatpuritaner und ihre Überfremdungsängste haben wir nur ein Lächeln und empfinden sie gewissermaßen als vom Sturm der Entwicklung entwurzelte Leute.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.


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