Winterlinge

WinterlingeWinterling - Eranthis hyemalis

Erster!

Sie sorgen für die ersten Farbtupfer im Stadtpark: Winterlinge. In milden Wintern beginnen sie schon Anfang Februar, ihre gelben Schalenblüten der Sonne entgegen zu strecken.

Woher stammt der Name „Winterlinge“?

Ihren deutschen Namen tragen Winterlinge aufgrund ihres frühen Blühzeitraums – manchmal sieht man ihre gelben Blüten noch aus einer Schneedecke herausragen. Ihr botanischer Name „Eranthis hyemalis“ leitet sich von den griechischen Wörtern „er“ für Frühling und „anthos“ für Blüte ab, „hyemalis“  bedeutet „winterblühend“ . Ob nun Winter oder Frühling: Die Blüten öffnen sich nur bei Sonnenschein und den passend warmen Temperaturen.

Winterling – Eranthis hyemalis

Woher stammen die Winterlinge?

Winterlinge kamen im 17. Jahrhundert aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland. Botaniker, Ärzte und Gelehrte brachten sie aus Italien mit, aber auch – unfreiwillig – Weinbauern: mit den Wurzelballen der importierten Reben pflanzten sie auch die Samen von Winterlingen in ihre Weinberge. Im 19. Jahrhundert waren Winterlinge dann bei den Gartenarchitekten der Landschaftsparks in Mode, die weitläufige Wiesen damit „dekorierten“.

Wo finde ich Winterlinge im Stadtpark?

Winterlinge bilden auf humusreichen Böden unter Bäumen und Sträuchern dichte Teppiche. So auch im Botanischen Garten: Auf der Rasenfläche unter der großen Buche und in den Beeten sind sie schonim Februar zu sehen. Für die Bienen im Stadtpark, die ab Temperaturen von ca. 12 Grad ihre Stöcke verlassen, sind sie die erste Nektarquelle des Jahres.

Winterling – Eranthis hyemalis

Wie pflanze ich Winterlinge im eigenen Garten?

Wichtig ist der richtige Standort: Winterlinge bevorzugen nährstoffreiche, etwas kalkhaltige, lockere Böden. Am Rand von Laubgehölzen finden sie genügend Nährstoffe und Licht, da die Gehölze zur Blütezeit kahl sind. Die Knollen gibt es im Herbst im Pflanzenfachhandel zu kaufen. Schnell müssen die Pflanzenteile in den Boden eingebracht werden, bevor sie austrocknen. Das Einlegen in Wasser über Nacht hilft teilweise.

Es ist darauf zu achten, Handschuhe beim Pflanzen zu tragen, da besonders das Rhizom, der „Wurzelstock“, beim Verzehr stark giftig ist. Die Knollen sollten etwa fünf Zentimeter tief eingesetzt werden. Dann heißt es abwarten, um sich im Frühling von den gelben Blüten und dem leichten, süßen Duft der Pflanzen faszinieren zu lassen. Ein passender Begleiter der Winterlinge sind die Schneeglöckchen.

Winterling – Eranthis hyemalis

Wer hätt´s gedacht?

Das größte natürliche Vorkommen des Winterlings in Mitteleuropa ist im Rautal bei Jena zu finden. Dort schmückt die Natur um diese Zeit eine Waldfläche von 10.000 qm mit einem gelben Teppich aus Winterling-Blüten.

Winterling – Eranthis hyemalis

Fotos: Daniela Toman


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