Vögel

Vögel im Stadtpark Gütersloh

Neben den Schwimmvögeln leben eine Vielzahl von Vogelarten im Stadtpark. Nachgewiesen wurden in einer Untersuchung 2014 insgesamt 43 Vogelarten, davon 32 als Brutvögel. Zu ihnen gehören fünf Arten, die nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt sind: Eisvogel, Grünspecht, Sperber, Teichhuhn und Waldkauz. Hinzu kommen weitere Vogelarten, die zwar noch etwas häufiger sind, aber einen stark abnehmenden Trend aufweisen – so etwa Bachstelze, Goldammer oder Haussperling.

Es dürften aber noch einige Arten mehr zumindest zeitweise im Stadtpark zu sehen sein. Stadtführer Ludger Settertobulte (auf dem Foto links), der vogelkundliche Führungen durch den Park anbietet, stellt sie für den Förderkreis vor – illustriert mit Fotos, die uns u.a. Naturfotograf ›Andreas Schäfferling zur Verfügung stellte.

settertobulte

Durch das Jahr mit Amsel, Spatz & Co.

von Ludger Settertobulte

Die vier Jahreszeiten verändern die Botanik im Stadtpark in vielfältiger Weise, aber auch das Verhalten der Vögel ist mit der Natur abgestimmt. Es lohnt sich, jeden Monat die Veränderungen im Gesang und Verhalten zu erkennen.

Bereits im Januar an dunklen Winterabenden kann man das Rufen des ›Waldkauzes und der ›Schleiereule hören. Die ›Stockenten haben im Winter bereits ihren Partner gefunden. An der Dalke kann man mit Glück den ›Eisvogel sichten, ›Zwergtaucher und ›Kormorane sind Wintergäste. ›Teichrallen (Teichhühner) sind immer zu sehen.

Heimisch geworden auf Ibrüggers Teich sind die ›Kanadagänse, diese haben die kleineren Nilgänse vertrieben. Hin und wieder sind auch ›Graugänse zu sehen.

Eichelhäher

Eichelhäher

›Dohlen, ›Elstern, ›Eichelhäher und ›Rabenkrähen (Aaskrähen) sind ständig im Park. Das ›Rotkehlchen, der ›Gimpel (auch als Dompfaff bekannt) sowie ›Grünfinken (Grünlinge) sind zu hören und zu sehen.

Ab Mitte Januar versammeln sich die Spatzen, auch bekannt als ›Haussperlinge, auf Klessmanns Hof in größeren Trupps und lärmen in der Frühjahrssonne.

Schwanzmeise

Schwanzmeise

Ab Ende Januar bis Mitte April grenzen die Meisen ihre Reviere durch Gesang ein. Besonders dominant sind ›Kohl- und ›Blaumeisen; auch ›Hauben-, ›Weiden- und ›Schwanzmeisen stimmen mit ein. Die Schwanzmeise kann mit ihrem langen Schwanz ihren ohnehin leichten Körper präzise ausbalancieren, was es ihr ermöglicht, Nahrung an den äußersten Spitzen von Zweige zu suchen. Etwa 80 % der Nahrungssuche entfallen auf diese ökologische Nische, die anderen Meisenarten verwehrt bleibt.

Vögel - Star

Star

Als einer der ersten Zugvögel trifft Anfang Februar der ›Star ein. Er singt mit Vorliebe in hohen Baumspitzen. Mitte Februar kehrt auch unser einziger Wiesenvogel, der ›Kiebitz, auf die Felder von Bauer Neuhaus zurück. Um den 26. März wird das erste von vier Eiern gelegt.

Im Februar ist die ›Amsel (Schwarzdrossel) morgens und abends zu hören, später im März auch die ›Singdrossel. Von der ›Wacholderdrossel hören wir nur ein Schnarren. Auch die ›Rotdrossel ist im Stadtpark heimisch.

Gruenspecht

Grünspecht

Der ›Buntspecht trommelt im Frühjahr auf trockenen Ästen zur Revierabgrenzung, der ›Kleinspecht macht sich mit Rufen wie „kikiki“ bemerkbar, den ›Grünspecht, das Wappentier Spexards, erkennt man am lauten, schallenden Lachen.

Die ›Heckenbraunelle ist ein unauffälliger Standvogel, erkenntlich an dem dunkelgefleckten Federnkleid. Im Frühjahr ist sie ein ausdauernder Sänger.

Kleiber

Kleiber

Den ›Kleiber (Spechtmeise) erkennt man am Pfeifton oder am melodischen Gesang. Es ist der einzige Vogel, der am Baumstamm rauf und runter laufen kann. Nester baut der Kleiber in verlassenen Spechthöhlen oder in Nistkästen, das Einflugloch wird auf Körpergröße zugebaut.

Im April sind einige Zugvögel wie der ›Zilpzalp (Weidenlaubsänger), ›Fitis oder die ›Mönchsgrasmücke aus Afrika zurückgekehrt. Der ›Buchfink und der ›Zaunkönig verteidigen mit lautem Gesang ihre Bereiche.

Buchfink

Buchfink

Die ›Goldammer ist etwa so groß wie der Sperling, der Kopf ist goldgelb. Ihr Gesang ist wie ein Lied für Verliebte: „Piep, Piep ich hab dich lieb“. Mit sehr viel Glück kann man im Park die ›Nachtigall hören, aber nur für kurze Zeit. Sie ist hier kein Standvogel mehr. Auch der ›Kuckuck macht sich sehr rar.

Fasanenpaar

Fasanenpaar

Die ›Fasanenhähne krähen und plustern sich auf, um Eindruck zu schinden; die Hennen sind sehr scheu und kaum zu sehen.

Am Himmel zeigen >Wespen- und Mäusebussarde, >Turmfalken und >Sperber ihre Flugkünste. Die Sperber haben ihren Horst in der Nähe der Hundewiese. Die Jungtiere betteln ab Mitte Juni lautstark um Futter.

In der Mauernische an der Dalkeinsel nistet die ›Gebirgsstelze. Die ›Bachstelze sucht andere Nistmöglichkeit, nicht am Wasser. Der ›Teichrohrsänger (Rohrspatz) baut sein Nest an der Dalke im dichten Gebüsch. Der Gesang dieses Zugvogels ist sehr wechselreich mit verschiedenen Rufen. Auch der ›Sumpfrohrsänger ist von Mai bis September anwesend.

Im Mai kehren dann die ›Mehl- und ›Rauchschwalben sowie die ›Mauersegler aus Afrika zurück. Die Mauersegler sind nur bis Ende Juli hier, danach fliegen sie wieder zurück in wärmere Gefilde.

Ab August wird es ruhiger im Park. Die Brut ist aufgezogen und doch sind noch einige Vögel zu hören wie z. B. die ›Hohl- und die ›Ringeltaube. Der ›Graureiher ist das ganze Jahr zu sehen, wie er den Goldfischen oder anderem Getier auflauert.

Rotkehlchen

Rotkehlchen

Ab Ende Oktober hören wir nur noch das ›Rotkehlchen und das Krächzen der Krähen und Dohlen. Die hier verbliebenen Vögel singen nicht mehr. Trotz der Stille im Park sind diese jetzt zu erkennen, weil die Bäume kein Laub tragen. Gut zu sehen sind jetzt der ›Wald- und ›Gartenbaumläufer. Beide Vogelarten sind schwer zu unterscheiden, eines haben sie aber gemeinsam: Sie laufen den Baumstamm hoch und fliegen dann den nächsten Baum von unten an.

Die ›Winter- und ›Sommergoldhähnchen sind die kleinsten heimischen Vögel, als Gast im Gütersloher Stadtpark leider nur selten zu sehen.

Kurz: Der Stadtpark Gütersloh ist für Vogelfreunde zu jeder Jahreszeit eine Augen- und Ohrenweide!

Kinder bauen im Rahmen der Naturschule Nistkästen für Vögel.

Kinder bauen im Rahmen der Naturschule Nistkästen für Vögel.

Ganz besondere Vögel…

Dies sind aber noch lange nicht alle Vögel, die im Stadtpark – zumindest zeitweise – zu sehen sind. Einige Vögel wie ›Silberreiher und ›Wanderfalke machen hin und wieder eine Stippvisite. Vergessen werden sollen auch nicht die exotischen Bewohner der Voliere im Botanischen Garten. Und dann gibt es dort sogar eine Eule, zwei Flamingos und andere Federwesen

Übrigens: In den 1950er Jahren gab es sogar eine private Adlerwarte im Stadtpark:





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