Schwarz-Pappel

Schwarz-Pappel am Botanischen Garten Gütersloh

Last tree standing

Täglich gehen und fahren Hunderte Menschen an ihr vorbei, ohne sie zu beachten, dabei ist sie etwas ganz Besonderes: Die Schwarz-Pappel an der Parkstraße ist eine der letzten ihrer Art in NRW und das einzige Exemplar in ganz Gütersloh.

Woher stammt der Name „Schwarz-Pappel“?

„Populus nigra“ lautet der botanische Name der Schwarz-Pappel. „Nigra“, das wissen auch einige Nicht-Lateiner seit der Klassenfahrt nach Trier, heißt „schwarz“. Lateiner finden die Bezeichnung „Populus” (mit langem o) für eine Pappel in einem Werk Cato des Älteren, verfasst um 200 v. Chr. Aus dem lateinischen Wort hat sich der deutsche Begriff „Pappel“ entwickelt.

schwarzpappel-krone

Zwischenzeitlich, im Althochdeutschen, wurde der Baum „Popel“ genannt. Gut, dass sich Sprache kontinuierlich weiterentwickelt – davon profitiert vor allem der Deutsche Pappelverein, dessen Mitglieder es in der althochdeutschen Namensvariante sicherlich schwerer gehabt hätten, gesellschaftliche Akzeptanz zu finden.

Woher stammt die Schwarz-Pappel?

Schwarzpappel Rinde

Ursprünglich aus Asien. In Europa wächst die Schwarz-Pappel in den gemäßigten Klimabereichen, bevorzugt in Wassernähe. Allerdings: Durch den Verlust von Flussauen ist ihr Bestand stark gefährdet, sie steht auf der Roten Liste. In ganz Deutschland gibt es nur noch wenige tausend Exemplare, in Nordrhein-Westfalen sind es rund 500, im Stadtgebiet von Gütersloh eine einzige.

Wo finde ich eine Schwarz-Pappel im Stadtpark?

Eine der seltenen Exemplare steht im Stadtpark: an der Parkstraße gegenüber den Fahnenmasten am Eingang zum Botanischen Garten. Mit einem Stammumfang von 5,21 Meter ist die 20 Meter hohe Schwarz-Pappel zudem der dickste Baum im Park. Der Fachbereich Grünflächen vermehrt Stecklinge des Baumes und versucht sie an geeigneten Stellen im Stadtgebiet großzuziehen, auf dass das einzige Exemplar nicht das letzte ist.

Wie pflanze ich eine Schwarz-Pappel im eigenen Garten?

Mit einer eigenen Schwarz-Pappel haben Sie nicht nur einen stattlichen Baum im Garten, sondern tragen auch aktiv zum Erhalt der bedrohten Art bei. Sie suchen einfach einen sonnigen Standort mit ausreichend Platz. Achtung: Die Schwarz-Pappel ist mit einem Meter pro Jahr eine der schnellwüchsigsten Baumarten in unseren Breiten, eine entsprechend breite Krone und ein entsprechend weit verzweigtes Wurzelwerk sollte man bei der Standortwahl berücksichtigen. Die unmittelbare Nachbarschaft von Häusern oder Wegen ist also weniger geeignet, gut macht sich die Schwarz-Pappel als Solitärbaum. Nach dem Pflanzen heißt es: wässern, wässern, wässern. Gerade in den ersten Jahren sollte der Boden immer gut feucht gehalten werden. Dann haben auch Ihre Urururenkel noch etwas davon: Schwarz-Pappeln werden zwischen 100 und 200 Jahre, manchmal sogar 300 Jahre alt.

Schwarz-Pappel

Wer hätt´s gedacht?

Bei Almere in der niederländischen Provinz Flevoland steht seit 1987 ein ungewöhnliches Landschaftskunstwerk: „De Groene Kathedraal“, die grüne Kathedrale, ist der „Nachbau“ der Kathedrale von Reims, die als eine der bedeutendsten gotischen Sakaralbauten als UNESCO-Welterbe geführt wird. Der niederländische Konzeptkünstler und frühere documenta-Teilnehmer Marinus Boezem pflanzte 178 Schwarz-Pappeln im Grundriss der nordfranzösischen Kirche. In Länge (150 Meter) und Breite (75 Meter) erreicht seine Grüne Kathedrale durchaus die Maße ihres Vorbildes, nur bei der Höhe hapert es ein bisschen: Die Kirchtürme in Reims ragen 81 Meter in den Himmel, die Schwarz-Pappeln sind „nur“ 30 Meter hoch gewachsen.

Ob solch ein Kunstwerk auch etwas für Gütersloh wäre? Zwischen Botanischem Garten und Liebesinsel ist noch ausreichend Platz, man bräuchte lediglich noch 177 Schwarz-Pappeln (wenn man sich, statt die Kathedrale von Reims nachzupflanzen, mit der Apostelkirche begnügen würde, reichen vielleicht sogar elf). Visionäre und Großsponsoren dürfen gerne Kontakt zum Förderkreis Stadtpark aufnehmen.

De Groene Kathedraal, Marinus Boezem (1996) from Land Art Flevoland on Vimeo.


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