Rittersporn

Oft wird er als Begleiter der Rose gepflanzt und zeigt sich mit einer außergewöhnlichen Brillanz, besonders, wenn die Sonne seine vielen, einem Delfin ähnlichen Blüten überstrahlt: der Rittersporn. Schon seit Mitte des 16. Jahrhunderts ist die – damals seltene – Zierpflanze bekannt.

Haben Sie schon das Beet entdeckt mit dem in einem umwerfenden Blau blühenden Rittersporn? Blau ist die Farbe der ewigen Hoffnung. Blau macht froher als alle anderen Farben.

Wenn man von Rittersporn spricht, denken viele Gartenfreunde gleich an ›Karl Foerster, der den o.a. Ausspruch tat. Der leidenschaftliche Gärtner und Goethefreund lebte von 1874 bis 1970 und züchtete über hundert verschiedene Sorten dieser wohl schönsten Gartenstaude. 1911 kaufte er einen einige Hektar großen Kartoffelacker in Bornim bei Potsdam und schuf die Grundlage für seine erfolgreiche Gärtnerei und Züchtungsarbeit. Die gesamte Anlage, 1981 von der Stadt Potsdam zum Gartendenkmal erklärt, bietet den Besuchern noch heute eine große Pracht.

Der Lerchenfuß

Noch zu Goethes Zeiten hieß der Rittersporn „Lerchenfuß“. So reimte der Dichterfürst, wenn er einen Strauß Rittersporn verschenkte:

„In dem Frühling gar zu süße
wären Rosen ohne Dornen.
Hier sind Lerchen ohne Füße,
hier sind Ritter ohne Spornen.“

Lerchenfuß, der einjährige Rittersporn, heißt auf französisch „pied d’alouette“ und auf englisch „Larkspur“. Leider ist das nette Wort „Lerchenfuß“ im Deutschen verloren gegangen.

Der Apotheker Johann Nikolaus Buck sammelte 1824 in seinem privaten Liebhaber-Garten in Frankfurt an der Oder 21 Rittersporn-Formen. Heute liegt die Zahl der Sorten bei über 4.000!

50 shades of blue

Denn blau ist nicht gleich blau. Die Sorte Delphinium „Faust“ zeigt sich beispielsweise in einem magischen dunklen Kornblumenblau und ist leicht purpur überhaucht, „Finsterarhorn“ dagegen hat enzianblaue Blüten mit einem geheimnisvollen schwarzen Zentrum. „Polarnacht“ wiederum blüht violett und hat eine strahlend weiße Mitte. „Skyline“ zeigt sich, wie der Name schon vermuten läßt, himmelblau. Aber natürlich gibt es den Klassiker des Staudenbeetes auch in anderen Farben. „Butterball“ blüht cremeweiß, doch findet man auch hellgelbe bis rosa und fliederfarbene Sorten.

Und nicht alle Pflanzen werden mannshoch. „Blue Butterfly“ beispielsweise wächst schön niedrig.
Rittersporn blüht zweimal jährlich, ist remontierend, wie die Fachleute sagen. Die zweite Blüte dieser beliebten Gartenstaude, deren Samen und Blätter giftig sind, zeigt sich etwa zur Dahlienzeit.

Wenn Sie Rittersporn in die Vase stellen wollen, sollten Sie ihn an einer hellen Stelle postieren, sonst verliert er in Räumen die Farbe. Und die dunkelblauen Sorten sehen am schönsten aus, wenn das Licht sie von der Rückseite her durchleuchtet.

Die blaue Stunde

Wenn Sie dann den Rittersporn aus der Familie der Hahnenfußgewächse im Botanischen Garten betrachten – vielleicht können Sie nachempfinden, was Gartenphilosoph Karl Foerster schon 1922 in „Die blaue Stunde“ meinte:

„Der Morgenblick beim Frühstück in den lichtdurchbadeten blauen Senkgarten mit den Kletterrosenkaskaden ringsum wirkt ähnlich erregend und lösend wie der morgentliche Anblick der offenen See. Keine Blume kann den Garten so beherrschen wie die neuen Rittersporne dies sieben Wochen lang tun. Wunderbar hat hier die Farbe, die wir sonst nur aus den gestaltlosen Weiten und Flächen von Himmel, Wasser, Dämmerung und Ferne kennen, die Gebärden gestalteten Lebens selber angenommen und türmt sich in seltsam gotischen Blütenbauten empor.“

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