Märzenbecher

Märzenbecher - Leucojum vernum

Märzenbecher belohnen geduldige Gärtner und beharrliche Bienen

Der Märzenbecher wir auch Märzglöckchen oder Großes Schneeglöckchen genannt. Doch während Schneeglöckchen bei allen Hobbygärtnern hoch im Kurs stehen, findet man Märzenbecher nur selten in heimischen Gärten. Gut, dass es den Botanischen Garten Gütersloh gibt! Hier sind die in Deutschland streng geschützten Frühblüher zu bewundern.

Woher stammt der Name „Märzenbecher“?

Der wissenschaftliche Name „Leucojum vernum“ leitet sich vom griechischen leukos = weiß und ion = Veilchen ab – die Blüte duftet veilchenartig – sowie vom lateinischen ver = Frühling. Tatsächlich sieht man erste Blüten bereits im Februar. Die eigentliche Blütenpracht entfaltet sich im März und April. So beschreibt der deutsche Name Märzenbecher die Haupt-Blütezeit sowie die Blütenform. Die hängende Ausrichtung der „Becher“ schützt die inneren Teile vor Nässe und Frost. Am Grund der Blüte ist ein kleiner Knoten sichtbar – womit auch der Alternativ-Name „Frühlingsknotenblume“ erklärt wäre.

Märzenbecher

Woher stammt der Märzenbecher?

Der Märzenbecher stammt aus Südeuropa. Im Norddeutschland ist er eigentlich kaum zu finden. Ausnahmen bestätigen die Regel: Im ›Naturschutzgebiet Schweineberg bei Hameln bedecken Märzenbecher in einem 1,5 Kilometer langen Streifen den Waldboden, was jedes Jahr um diese Zeit viele Touristen anlockt. Die Fülle dort täuscht: Wild wachsende Märzenbecher stehen als „gefährdet“ auf der Roten Liste.

Wo finde ich Märzenbecher im Stadtpark?

Märzenbecher sind wählerisch, wenn es um den Standort geht: Er sollte feucht, nährstoffreich, humos und mäßig sauer sein. Am besten gedeihen sie in einer halbschattigen Ecke neben einem Teich, die durch eine Mauer oder Hecke vor Wind geschützt ist. Im Botanischen Garten finden sich dafür ein idealer Platz: der Heckengarten um das Wasserbecken. Dort stehen sie gemeinsam mit Schneeglöckchen am Fuß der Hecken.

Märzenbecher

Wie pflanze ich Märzenbecher im eigenen Garten?

Eigentlich sind Märzenbecher pflegeleicht – wenn man die alte Immobilienmakler-Regel beachtet: Lage, Lage, Lage! Der Standort muss stimmen. Aber genau deshalb gilt die Kultivierung im Garten als herausfordernd. Eine feuchte, nährstoffreiche, humose, halbschattige, windgeschützte Stelle im Garten will erst einmal gefunden sein. Hinzu kommt: Die Pflanze ist giftig. Bei Kindern und Haustieren darauf achten, dass sie nicht an der Pflanze reißen oder gar Teile verschlucken! Auch kann es Jahre dauern, bis die Zwiebeln ihre volle Größe erreicht haben und die Pflanze tatsächlich blüht. Aber wenn Sie eine passende Stelle im Garten, keine Kleinkinder und etwas Geduld haben, werden sie im Frühjahr mit einer weißen Blütenpracht belohnt.

Wer hätt´s gedacht?

Der Märzenbecher macht es nicht nur Hobbygärtnern schwer, sondern auch Insekten. Denn sein Nektar ist nicht frei zugänglich. Insekten – meist sind es Bienen – müssen den Griffel anbohren, um an das darunter liegende, nährstoffreiche Gewebe zu gelangen. Dabei lassen die Staubbeutel den Pollen auf Kopf und Rücken der Besucher fallen. Trotz der Umstände gelten Märzenbecher beim ›Imkerverein Gütersloh als gute Bienenweide – wenn die Temperaturen im März nur schon hoch genug für den Sammelflug sind.


Lesen Sie als nächstes …

Alpenveilchen-Narzissen im Birkenhain

Alpenveilchen-Narzissen

Seelennahrung und Hautvergifter „Wer zwei Brote hat, verkaufe eines und kaufe sich Narzissenblüten dafür, denn Brot ist nur dem Körper Nahrung, die Narzisse aber nährt die Seele.“ So poetisch soll… Weiterlesen