Hybrid-Katzenminze

KatzenminzeKatzenminze

Katzen und die Katzenminze: Beseelt im Beet

Katzenminze wächst in vielen Gütersloher Gärten – zurecht. Die Staude vereint gleich viele Vorteile in sich und macht Gärtner, Bienen und vor allem Katzen froh.

Woher stammt der Name „Katzenminze“?

Alle Katzenminzen-Arten enthalten ätherische Öle, die einen minzigen oder zitronigen Duft verströmen. Speziell das minzige Aroma scheint vielen Katzen zu gefallen, einige Katzenbesitzer berichten gar von einer betörenden oder berauschenden Wirkung. Sie legen sich ins Beet (die Katzen, nicht die Besitzer), reiben sich an der Staude und knabbern an den Trieben. Katzenminze-Arten mit zitronigem Aroma lassen die Katzen dagegen kalt.

„Nepeta faassenii“ heißt die Katzenminze-Art, die im Botanischen Garten wächst. Der Gattungsname „Nepeta“ bezieht sich auf die einst stolze Etrusker-Stadt Nepet (Nepi), heute eine 10.000-Einwohner-Gemeinde in Mittelitalien. Tatsächlich ist Katzenminze dort in großer Zahl zu finden. Die Artbezeichnung „faassenii“ ehrt den niederländischen Pflanzenzüchter Johannes Hubertus Faassen. In seinem Gartenbetrieb wurde die Art, eine Hybride, d.h. eine Kreuzung aus zwei anderen Katzenminze-Arten, gezüchtet.

Katzenminze-detail

Woher stammt die Katzenminze?

Der Bezug im Namen zu Italien ist schon nicht verkehrt. Die meisten Katzenminze-Arten sind im Mittelmeerraum heimisch.

Wo finde ich Katzenminze im Botanischen Garten?

Katzenminze ist relativ anspruchslos, alles was sie braucht ist ein sonniger Standort. Wer das weiß, sucht und findet sie in den Beeten des Sonnengartens (am Apothekergarten).

Wie pflanze ich Katzenminze im eigenen Garten?

Katzenminze ist eine der wenigen dauerblühenden Stauden. Vom Frühsommer bis zum Oktober ziert sie den Garten monatelang (von kleinen Unterbrechungen abgesehen) mit blau-violetten Blüten. Sie ist zudem für Menschen und Haustiere ungiftig, eine hervorragende Bienenweide, lockt gelegentlich auch Schmetterlinge an, ist schädlingsresistent, pflegeleicht und auch für Trockenmauern, Steingärten, Böschungen und Einfassungen geeignet. Der „Klub für das Sammeln von Argumenten gegen das Pflanzen von Katzenminze“ musste sich wegen Erfolglosigkeit auflösen.

Katzenminze-im-Botanischen

Wer hätt´s gedacht?

Etwa die Hälfte aller Katzen können sich am Duft der Katzenminze regelrecht berauschen. Diese Wirkung wird dem ätherischen Öl >Nepetalacton zugeschrieben. Das soll die Pflanze eigentlich gegen Insektenfraß schützen, sorgt aber eben auch dafür, dass manches Beet regelrecht plattgewalzt wird, weil sich die Samtpfoten beseelt in den Stauden wälzen. Nepetalacton wirkt auch bei Menschen. Katzenminze-Tee zum Beispiel entspannt. Das ist einigen Zeitgenossen zu wenig. Auf der Suche nach dem Rausch rauchen sie getrocknete Katzenminze als Marihuana-Ersatz, wobei das Kraut eine eher schwache Wirkung hat.

Wer sich auf wirklich ungewöhnliche Weise einen Nepetalacton-Kick holen will, der reise nach Kalifornien. Eine dort heimischen Ameisenart verfügt über ein Gift, dass eben diesen Wirkstoff enthält. Die indigenen Völker wussten um die bewusstseinsverändernde Wirkung. Bei einem Stamm gehörte es zum Initationsritus, diese Ameisen, eingehüllt in Adlerflaum, lebendig zu schlucken. Die Tieren bissen in die Magenwand und gaben dabei den psychaktiven Wirkstoff in die Blutbahn des Novizen. Es führen eben viele Wege zum Rausch – wobei zwei, drei Hefeweizen im Biergarten auch nicht verkehrt sind. Wenn dort dann noch Katzenminze blüht, umso besser.

 


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