Goldgarbe

Goldgarbe

Gelber wird´s nicht!

Viel farbintensiver geht es nicht. Trotzdem ist die Goldgarbe in heimischen Gärten eher selten anzutreffen. Vielleicht ist ihre Verwandtschaft zur mancherorts ungeliebten Schafgarbe einer größeren Popularität hinderlich? Zum Glück gibt es den Botanischen Garten, wo Besucher gleich mehrere Goldgarben-Beete bewundern und neidisch auf diesen Gartenschmuck werden können.  

Woher stammt der Name?

Ihren Namen trägt sie zurecht: In einem kräftigen Goldgelb leuchten die Goldgarbenblüten und bilden einen echten Hingucker. Wer gelbe Blüten mag ist fast schon gezwungen, Goldgarbe zu pflanzen! „Garbe“ kommt vom althochdeutsche Wort „garwe“, das sich frei mit „die Gesundmacherin“ übersetzen lässt – ein Hinweis auf die traditionelle Verwendung von Gold- und Schafgarbe als Wundheilkraut.

„Achillea filipendulina“ nennen Botaniker die Staude. Der Gattungsname leitet sich von Achilles ab, bekannt durch den Trojanischen Krieg und seine ›verletzungsanfällige Ferse. Offenbar war der griechische Superheld nicht nur im Schwertkampf, sondern auch in der Kräuterkunde bewandert. Das mag viele überraschen, zumal die Troja-Verfilmung mit Brad Pitt erzählerisch andere Schwerpunkte setzt. Die Legende will es aber, dass Achilles um die antibakterielle Wirkung der Goldgarbe wusste und sie als Heilpflanze nutzte, um Wunden zu versorgen. Nicht seine eigenen, denn er war ja (bis auf diese ärgerliche Stelle an der Ferse) unverwundbar, aber die seiner Soldaten. Offenbar mit Erfolg, so dass Achilles sowohl in der Ilias als auch im Pflanzenlexikon zu finden ist.

„Filipendula” ist der botanische Gattungsname des Mädesüß. Der Artname bedeutet also „mädesüßartig“.

Woher stammt die Goldgarbe?

Die Goldgarbe ist eine Steppenstaude Westasiens. Geografisch gesehen hätte Chefarzt Dr. Achilles sie also tatsächlich vor Troja finden können.

Wo finde ich Goldgarbe im Botanischen Garten?

Zwischen Juni und September sind die Blüten nicht zu übersehen – steuern sie einfach die gelbsten Punkte im Garten an, zwischen den saisonal bepflanzten Beeten im Zentrum und dem Sonnengarten. Dort finden Sie die Sorte ’Parkers Varietät‘.

Wie pflanze ich Goldgarbe im eigenen Garten?

Sie haben eine steinige, trockene Ecke im Garten, auf der nichts wachsen will? So karg ist selbst Senneboden nicht, als dass die anspruchslose Goldgarbe darauf nicht gedeihen würde. Ob Schatten oder Sonne ist egal, doch je länger und kräftiger die Sonne auf das Beet scheint, desto höher und blütenreicher wächst die Wildstaude. Ansonsten können Sie nicht mehr viel zum Gelingen der Goldgarben-Pflanzung beitragen. Goldgarbe gehört wohl zu den am wenigsten pflegebedürftigen kultivierten Stauden.

Also eine Pflanze für „intelligente Faule“? Jein. Weil sie ohne menschliches Zutun auskommt, verwildert sie recht schnell, was bei einer Wuchshöhe von bis zu 120 cm Ihren Garten schnell optisch prägen kann. Sie haben also kaum Arbeit mit der Pflege der Pflanze, eventuell aber mit ihrer Eindämmung. Irgendwas ist halt immer …

Wer hätt´s gedacht?

Die Goldgarbe wird auch Gelbe Schafgarbe genannt und gilt als die große Schwester (manche sagen auch die schöne Schwester) der Gemeinen Schafgarbe. Während es die Goldgarbe geschafft hat, zumindest in naturnah gestalteten Gärten als Zierstaude gepflanzt zu werden, wird die weißblühende Gemeine Schafgarbe vor allem von Rasenfetischisten als „Invasorin“ gesehen und bekämpft.

Beliebt ist sie dagegen bei Schafen: Schafgarben heißen tatsächlich so, weil die Riesen-Wollknäuel die Blätter so gerne fressen. Beide Arten, sowohl die Gemeine- als auch die Goldgarbe, haben die Fähigkeit, nach dem Verbiss durch Tiere neu durchzutreiben. Das nutzen auch die Stadtgärtner. Mit einem Rückschnitt nach der ersten Blüte im Juli sorgen sie dafür, dass die Goldgarbe ein zweites Mal blüht.

Alternativ könnten sie eine auch Schafherde durch den Botanischen Garten treiben. Aber wer weiß, ob die Viecher sich allein auf die Goldgarbe stürzten oder bei all der Auswahl nicht doch etwas noch Schmackhafteres fänden – es wäre schon schade um den Apothekergarten.

 


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